Was ist Hypopressives Training?

Wie Hypopressives Training dir helfen kann deine Beschwerden und Schmerzen zu reduzieren.

Core- und Atemtraining neu gedacht

Hypopressives Training ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Atmung, Haltung und bewusste Druckregulation miteinander verbindet.
Ziel ist es nicht, einzelne Muskeln isoliert zu trainieren, sondern die Zusammenarbeit von Zwerchfell, Bauchraum und Beckenboden neu zu organisieren.

Entgegen der weit verbreiteten Annahme entsteht im Hypopressiven Training kein mechanisches Vakuum.
Vielmehr beschreiben aktuelle Erkenntnisse eine intelligente Druckumverteilung im Bauchraum, die über neuromuskuläre Reflexe gesteuert wird.

Durch gezielte Atem- und Haltungsimpulse werden:

  • die tiefe Bauchmuskulatur (Transversus abdominis)

  • und der Beckenboden

reflektorisch aktiviert.

So kann sich die Körpermitte stabilisieren, ohne zusätzlichen Druck auf Beckenboden oder Organe auszuüben.

Viele Frauen empfinden diesen Ansatz als besonders schonend – z. B. nach Schwangerschaften, bei Beckenbodenbeschwerden oder Rückenproblemen.

Im Zusammenhang mit Hypopressivem Training berichten viele Frauen von:

  • einer besseren Wahrnehmung und Kontrolle ihrer Körpermitte

  • einem stabileren, getragenen Gefühl im Rumpf

  • einer Entlastung im Bauch- und Beckenraum

  • einer ruhigeren, freieren Atmung

Die bewusste Atemführung wirkt zusätzlich regulierend auf das autonome Nervensystem und kann helfen, Stress- und Spannungszustände zu reduzieren.
Über die Haltungsarbeit werden zudem fasziale Strukturen angesprochen, die für Aufrichtung und Belastungsverteilung im Alltag eine zentrale Rolle spielen.

Hypopressives Training wird daher häufig als unterstützender Ansatz bei Themen wie Inkontinenz, Organsenkung, Rektusdiastase, Rückenschmerzen oder nach Schwangerschaft und Geburt eingesetzt.


--> Wie genau das Training aufgebaut ist, erfährst du in den drei Säulen des Hypopressiven Trainings.

Hypopressives Training Vakuum
Hypopressives Training
Hypopose Fortgeschritten
Säule 1

Atmung

Tiefe, langsame 360° Atmung

Beim Einatmen senkt sich das Zwerchfell, und der Brustkorb weitet sich. Dabei wird die Luft 360° in den gesamten Oberkörper aufgenommen, was eine tiefe und gleichmäßige Ausdehnung fördert. Gleichzeitig entspannt sich der Beckenboden und sinkt sanft nach unten.

Beim Ausatmen arbeitet der Körper von unten nach oben: Die Luft wird sanft ausgeatmet, idealerweise mit der Unterstützung der Lippenbremse. Wichtig ist, die Luft ausfließen zu lassen, ohne Druck auszuüben. Zu viel Druck kann den Widerstand gegen die Bauchwand und den Beckenboden erhöhen, was vermieden werden sollte. Während der Ausatmung wird der Beckenboden sowie die tiefe Bauchmuskulatur (Musculus Transversus Abdominis) sanft unwillkürlich aktiviert.

Parallel zu dieser Atmung ist das Zwerchfell in ständiger Bewegung: Mit der Einatmung senkt es sich, während es sich mit der Ausatmung anhebt, um die Luft sanft aus den Lungen zu drücken. Dieses Zusammenspiel ist ein zentraler Bestandteil des Hypopressiven Trainings.
Säule 2

Vakuum/Apnoe

Das Herzstück dieser Methode

Nach einer gewissen Anzahl Atemzyklen wird die Luft sanft ausgeatmet, idealerweise mithilfe der Lippenbremse, sodass die Luft auf natürliche Weise ausfließt. Nach der Ausatmung wird die Luft angehalten, danach wird der Bauch entspannt und locker gelassen, während die Rippen aktiv geöffnet werden. Durch diese Bewegung zieht sich der Bauchnabel nach innen und oben – ein Effekt, der einer Fake-Einatmung ähnelt.

Wichtig dabei ist, dass es sich nicht um ein aktives Einziehen des Bauches handelt, sondern um eine natürliche Reaktion des Körpers auf das Öffnen der Rippen. Dieses "Vakuum" ist charakteristisch für das Hypopressive Training.
Der Transversus abdominis, der tiefliegender Bauchmuskel, spannt sich automatisch an
Dieser Mechanismus ist kein klassisches Vakuum im physikalischen Sinne, sondern eine intelligente Druckumverteilung in deinem Bauchraum. Die Wirkung:
• Dein Beckenboden wird reflektorisch aktiviert
• Die Organe erfahren eine sanfte Entlastung
• Verklebungen im Fasziensystem können sich lösen
• Die gesamte Rumpfmuskulatur findet in ihre natürliche Balance

Das Besondere daran: All dies geschieht ohne Kraftaufwand oder bewusstes Anspannen. Es ist eine Rückbesinnung auf die natürlichen Reflexe deines Körpers.
Säule 3

Haltung

Arbeit mit den Faszien

Hypopressives Training arbeitet nicht nur mit Muskeln, sondern besonders mit dem faszinierenden Fasziennetzwerk deines Körpers. Durch gezielte Haltungspositionen aktivierst du dieses natürliche Stützsystem auf völlig neue Weise.

Anfänger starten mit symmetrischen Positionen. Diese schulen das Körpergefühl und aktivieren sanft die großen Faszienbahnen. Besonders die Rückenfaszien - das natürliches "Stützband" - werden dabei gestärkt.

Fortgeschrittene arbeiten mit asymmetrischen Haltungen und leichten Drehbewegungen. Diese sprechen die spiralförmigen Faszienzüge an, die für unsere Alltagsbewegungen so wichtig sind und die funktionelle Beweglichkeit fördern. Das Ziel ist eine verbesserte natürliche Körperhaltung, die unter anderem Rückenschmerzen durch langes Sitzen, Tragen oder Stillen bei Müttern lindert und den Rücken stärkt.
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